Geologie & Basaltsteinbruch am Dolmar in Thüringen
Markantester Vulkanbergen Südthüringens
Vulkanische Entstehung & geologische Bedeutung
Ziel für Naturfreunde, Geologen & Wanderer
Der Dolmar entstand im Tertiär durch vulkanische Prozesse. Heiße Magma stieg aus tieferen Erdschichten auf und erstarrte an der Oberfläche zu Basalt. Dieses Gestein ist besonders hart und widerstandsfähig, weshalb es häufig im Straßenbau und in der Bauindustrie verwendet wird. Die Basaltformationen am Dolmar sind daher nicht nur landschaftlich eindrucksvoll, sondern auch wirtschaftlich interessant.
Typisch für Basaltvorkommen sind säulenartige Strukturen, die durch langsames Abkühlen der Lava entstehen. Auch am Dolmar lassen sich solche geologischen Besonderheiten beobachten, die ihn zu einem attraktiven Ziel für Naturfreunde, Geologen und Wanderer machen.
Geplante Nutzung als Basaltsteinbruch
Auf der etwa 32 Hektar großen Fläche am Dolmar war Anfang der 1990er Jahre die Einrichtung eines Großsteinbruchs geplant. Ein Besuch des Berges sowie ein Wiederaufbau des Charlottenhauses wären damit kaum noch möglich gewesen.
Im Mai 1990 wurde erstmals öffentlich bekannt, dass Interesse am Ausbau eines Basaltsteinbruchs bestand. Nach damaligen Planungen sollten jährlich rund 300.000 Tonnen Basalt abgebaut werden. Zu dieser Zeit stand das Gebiet noch unter der Verwaltung der sowjetischen Militäradministration, was die Situation zusätzlich komplizierte.
Die Nachricht löste große Besorgnis in der Region aus. Nach der politischen Wende war der Dolmar gerade erst wieder für die Öffentlichkeit zugänglich geworden – und nun drohte ein massiver Eingriff in die Natur.
Politische Entwicklung und Widerstand
In einer Fragestunde der SPD-Ortsgruppe „Dolmar“ im Herbst 1995 erklärte ein leitender Mitarbeiter des Bergamtes Bad Salzungen, dass eine Abbaugenehmigung für jährlich 300.000 Tonnen Basalt – ohne feste Obergrenze – bereits unterschriftsreif vorbereitet sei.
Gegen diese Pläne formierte sich erheblicher Widerstand. Die Bürgerinitiative „Rettet den Dolmar“ mobilisierte gemeinsam mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Unterstützern aus Politik und Gesellschaft über Jahre hinweg gegen das Vorhaben.
Ein Höhepunkt des Protests war im Februar 1996 erreicht: Insgesamt 31.245 Unterschriften wurden an den damaligen Ministerpräsidenten Bernhard Vogel übergeben. Die Unterstützung reichte weit über die Region hinaus – sogar aus Ländern wie Kanada, Australien, Frankreich und den USA beteiligten sich Menschen an der Petition.
Geologie & Landschaft
Beliebtes Ausflugsziel in Thüringen
Gedicht – Die Entstehung des Dolmars
Von Carl Schütz
Als unser Erdenhaus
Die Kinderschuh getreten aus,
Da kam nach mancher Formation,
Nach Cambrium, Silur, Devon,
Der Zechstein schließlich obendrauf.
Und alles schrie: „Prost Bruder, sauf!“
Das war nun freilich gar nicht schön.
In Thüringen und der Rhön,
Da huldigt man dem kühlen Naß,
Und leerte durstig Glas um Glas,
Und trank sich manches Räuschlein an.
Der Zechstein nur war Schuld daran.
Als dies der Erdengeist geseh´n,
Sprach er: „So kann`s nicht weiter geh´n“
Die Zechsteinzeit ist nun zu End´.
Jetzt kommt ein neues Sediment.
Der Erde Mittelalter naht.
Buntsandstein deckt nun jeden Pfad.
Doch bald gab´s neues Weh und Ach.
Schmalkalden, Steinbach, Altersbach,
Die fluchten laut: „Schockschwerenot!
Der Sandstein ist uns gar zu rot!
Wir leben doch in unsrer Zeit
Vom Kommunismus noch recht weit.“
Das sah der Erdengeist auch ein
Und sagte: „Bald solls anders sein:
Die Triasformation ist reich,
Ich schaff den Muschelkalk euch gleich.
Steigt ihr von Meiningen heran,
Hängt er euch an den Stiefeln dran.“
Doch ach! Auch diese neue Schicht,
Gefiel den Dolmarwandrern nicht.
Das heißt: Ihr müßt mich recht verstehe`n,
Vom Dolmar war noch nichts zu sehn.
Von Kalk und Sandstein überdeckt
Bleibt er des Wandrers Blick verdeckt.
Da stieß aus tiefsten Erdenschacht
Ein neu Gestein hervor mit Macht.
Glutflüssig durch die Trias brach
Basalt hervor mit Lärm und Krach.
Und jedermann rief laut: Hurra!
Nun ist der große Dolmar da!
Ja ! Der Basalt der lange schlief,
Jetzt endlich war er eruptiv.
Und als er sich nun umgeseh`n
Rief er: „Wie ist die Welt so schön!
Auf diesem Gipfel halt ich aus.
Nur fehlt noch das Charlottenhaus.“
Doch jetzt ist auf des Berges Höh`n
auch das Charlottenhaus zu seh’n
Nun, Nachbar, singt das es laut schallt
des Dolmars Lob in Baß und Alt
preis unsern Berg, der so entstand
und preis dem schönen Thüringer Land.
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